Tiere als Weihnachtsgeschenk

11. Dezember 2013
(5 Stimmen)

Tiere und Weihnachten Weihnachten gilt als Fest der Liebe – doch würde man die Tiere fragen, sie würden diesen Termin sicher am liebsten ganz aus dem Kalender streichen.

Jedes Jahr werden tausende von Tieren zu Weihnachten verschenkt – Hunde, Katzen, Kleintiere oder Vögel.

Eine unsägliche Tradition, die endlich aufhören muss – den Tieren zuliebe! Tiere sind Lebewesen. Sie haben Ansprüche, wollen und brauchen Zuwendung, Futter, eine artgerechte Unterkunft und Beschäftigung , müssen regelmäßig zum Tierarzt, werden vielleicht auch mal krank – das kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit.

Oft genug wird das alles unterschätzt.

Mit einem Hund muss man für die nächsten 10 bis 15 Jahre bei jedem Wetter regelmäßig spazieren gehen. Anfangs ist er nicht stubenrein, was durchaus Parkett, Teppich oder Laminat in Mitleidenschaft ziehen kann. Auch überstehen nicht unbedingt alle Schuhe oder Möbel die Teenie-Zeit eines Hundes unbeschadet. Sicher, dass man immer noch lacht, wenn der pubertierende Junghund die Designer-Handtasche schreddert, weil man darin ein paar gut riechende Leckerchen vergessen hat?

Katzen benötigen Katzentoiletten, die regelmäßig gereinigt werden müssen – die Schlepperei beim Kauf von Katzenstreu ist auch nicht immer das reinste Vergnügen. Auch legen Samtpfoten durchaus einen etwas eigenwilligen Geschmack an den Tag, was die Verschönerung von Tapeten oder Möbeln betrifft und so manche Zimmerpflanze überlebt vielleicht den Einzug einer Samtpfote nicht unbeschadet.

Sicher, dass man immer noch voller Genuss über das samtweiche Fell einer Samtpfote streichelt, wenn diese die teure Ledercouch ruiniert?

Aber auch vermeintlich pflegeleichte Kleintiere wie Kaninchen oder Wellensittiche haben ihre Ansprüche – sie brauchen Auslauf oder Freiflug, regelmäßig frische Streu oder Sand, Beschäftigung und artgerechtes Futter…

Nur zu oft landen viele lebende Weihnachtsgeschenke im Tierheim….wer wissen will, was das den Tieren antut, sollte einmal in ein Tierheim gehen und sich die Tiere, die dort sehnsüchtig auf ein Zuhause warten, anschauen.

Die PfotenBar arbeitet mit dem Tierheim Hilden zusammen – was nicht verkauft wird, wird dem Tierheim Hilden gespendet, außerdem werden Sach- und Futterspenden für das Tierheim Hilden in der PfotenBar angenommen.

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit erhält die PfotenBar in Kürze auch regelmäßig die Steckbriefe aktueller Notfälle, um sie im Ladengeschäft auszuhängen.

Wir wissen schon jetzt, dass die Zahl der Notfälle ab Januar wieder steigen wird – spätestens vor dem nächsten Familienurlaub wird vielen der tierische Mitbewohner lästig und landet dann im Tierheim. Manche dieser Notfälle sind zutiefst verstört, weil sie einfach nicht begreifen, warum sie ihr Zuhause verloren haben.

Manche dieser Notfälle blühen dagegen auf, wenn sich die Tierheimpfleger um sie kümmern, weil sie vorher schon viel zu lange ungeliebt in der Familie abgeschoben dahin vegetiert haben – sie kennen es gar nicht mehr, dass man sie freundlich und aufmerksam behandelt.

Mit manchen Hunden muß man erst sehr viel arbeiten, um sie überhaupt vermitteln zu können – sei es, weil sehr viel Erziehung nachgeholt werden muss oder weil sie sich irgendwelche Marotten angewöhnt haben.

Das absolut Schlimmste ist aber, wenn solche übereilt und unbedacht angeschaffte lebende Weihnachtsgeschenke trotz Überforderung oder Desinteresse nicht mit der Chance auf ein besseres Zuhause abgegeben werden, sondern einfach nebenher mitlaufen – ungeliebt und auf dem Abstellgleis.

So oder so – vielen lebenden Weihnachtsgeschenken steht nach den Feiertagen ein trauriges Leben bevor.

Es liegt an uns Menschen, das zu verhindern – oder wenigstens die Folgen für die Tiere erträglich zu machen.

Jeder Einzelne von uns kann viel dafür tun – redet mit Arbeitskollegen und Freunden darüber, sprecht in Zoogeschäften, die lebende Tiere verkaufen, das Personal an, auch in Kindergärten oder Schulen sollte man dieses Thema ansprechen, sei es als Lehrer/in oder Kindergärtner/in oder einfach nur in Gesprächen mit anderen Eltern.

Es gibt übrigens eine tolle Alternative zum lebenden Weihnachtsgeschenk: Ein gutes Sachbuch über die gewünschte Tierart, egal, ob Hund, Katze, Kaninchen oder Wellensittich.

Falls der Wunsch nach einem tierischen Familienmitglied dann auch weiterhin groß ist – in den Tierheimen sitzen viele Tiere, die sehnsüchtig auf ein schönes Zuhause, in dem sie geliebt und aufmerksam ihren Bedürfnissen entsprechend versorgt werden, warten.

Wir wünschen allen ein frohes Weihnachtsfest.

Gelesen 3066 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 11 Dezember 2013 20:41
JoomShaper
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok